Auflösung und Neuordnung
Im Frühjahr 2026 stehen Saturn und Neptun miteinander in Konjunktion. Das passiert nur alle 36 Jahre, zuletzt beim Fall der Berliner Mauer. Beide Planeten sind nämlich für größere gesellschaftliche Entwicklungen zuständig. Diesmal befinden sie sich zusätzlich am Startpunkt im Widder, wo eine neue Zeit beginnt.
Mit dieser Konstellation geht stets ein Ruck durch die Welt, nachdem eine allgemeine Situation marode oder dekadent geworden ist. Eine Art Urkraft will sich nun ihren Weg durch das Dickicht bahnen. Verstärkt wird dies durch die Position des Ganzen Anfang Widder. Hier wird ein neues Kapitel aufgeschlagen und das Rad des Lebens bekommt einen frischeren Dreh. Geschrieben ist das Kapitel allerdings noch nicht, und so steht zunächst nur irgendetwas Neues bevor.
Während sich Altes auflöst und Neues durchsetzen will, befinden wir uns weltweit zunächst wohl in einer etwas chaotischen Übergangsphase. Erst danach kann sich Sinnvolles formen. Was wirklich passiert, werden wir später sehen. Dass zunächst etwas aufgelöst werden muss, zeigt sich besonders daran, dass Neptun noch länger Anfang Widder steht, und zwar an der Pfeilspitze einer Konstellation wichtiger, langsam laufender Planeten, die für die großen Entwicklungen zuständig sind.
Die Konjunktion von Saturn und Neptun taucht historisch immer wieder auf, wenn bestehende Institutionen, Machtblöcke oder Staatsformen zerbröseln. Sie bestand zum Beispiel 1917 im ersten Weltkrieg und zur Oktoberrevolution in Russland, war aber auch gegeben am Ende des Stalinismus und beim Aufstand am 17. Juni 1953. Zwar nicht in Konjunktion aber in Opposition befanden sich die beiden Planeten zudem während der Französischen Revolution.
Auch andere Grundfeste, Infrastruktur, Gebäude und Verkehrswege zeigen sich mit einer solchen Konstellation nicht besonders stabil. Mit Saturn im Widder gilt es nun, die Dinge anzupacken, konsequent sichtbar zu machen, gute Ordnung zu schaffen, Wichtiges durchzusetzen und für höheres Recht zu kämpfen. Manches kommt jetzt endlich auf den Tisch und wichtige Entscheidungen stehen an. Neptun im Widder als übergeordnete Konstellation weist in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass wir besser vorankommen, wenn wir uns mit feinerem Gespür für das Geschehen durchsetzen können. Ohnmacht darf jedoch in Handlungsgewalt verwandelt werden und sinnvolle Träume sind in die Realität zu bringen.
Schauen wir in Horoskope mit einer Konjunktion von Saturn und Neptun, so sehen wir hier oft Schicksale, in denen eine zufällige Entwicklung die Wende brachte. Neue Maßstäbe des Wirklichen waren die Folge, wichtige Weichen wurden gestellt. Oft zeigt sich hier zunächst eine Situation alter Beklemmung, dunkel, autoritaristisch und irreal geworden - die nun nach Befreiung verlangt.
Menschen, in deren Horoskopen solch eine Konstellation steht, haben manchmal Probleme, sich mit der Realität anzufreunden, die sie als etwas bedrückend empfinden, weswegen sie gerne flüchten in Traumwelten, Kunst, Spiritualität, sehr selten auch in geheime Machenschaften hinter der aufrechten Fassade bis in die höchsten Gremien hinein. So hat zum Beispiel Epstein eine Konjunktion von Saturn und Neptun. Dass hier derzeit einiges hochschwappt ist nur eine logische Resonanz. Im Widder geht es nun darum, reinen Tisch zu machen und die pervertierte Wirklichkeit hinter der falschen Fassade der Ordnung aufzudecken. Nur so kann der Weg frei werden für eine gesündere Welt.
© Christine Keidel-Joura

Kommentar schreiben